Scheidung/Zweitehe

Für die katholische Kirche stellt eine Scheidung bzw. Zweitehe einen schweren Loyalitätsbruch gem. § 5 Abs. 2 GrO dar.

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Die evangelische Kirche sieht die Ehe dahingegen nicht als Sakrament, eine Scheidung wird daher nicht als Loyalitätsbruch wahrgenommen.

Lassen sich Mitarbeiter_innen von ihrem_r Ehepartner_in scheiden und heiraten sie erneut, sind die katholische und evangelische Kirche unterschiedlicher Auffassung, ob dies Auswirkungen auf die Loyalitätspflicht der Mitarbeiter_innen hat.

Für die katholische Kirche stellt eine Scheidung bzw. Zweitehe einen schweren Loyalitätsbruch gem. § 5 Abs. 2 GrO dar und resultiert meist in einer Kündigung, wie ein Urteil aus 2011 illustriert.

Allerdings hat im Mai 2014 der Vizepräsident des Deutschen Caritasverbands  angemahnt, dass es „nicht dem Prinzip der Grundordnung [entspreche], dass in jedem Fall und für jede Art von Dienst die Wiederverheiratung nach Scheidung unweigerlich zur fristlosen Kündigung führ[e]", vielmehr sei nach Verkündungsnähe des_r Beschäftigten zu unterscheiden und von „einer Putzfrau […] nicht die gleiche Loyalität zu erwarten […] wie von einem Diözesan-Caritasdirektor. In der katholischen Kirche scheint sich diesbezüglich ein Paradigmenwechsel zu vollziehen.

Da die evangelische Kirche die Ehe nicht als Sakrament ansieht, wird eine Scheidung daher nicht als Loyalitätsbruch wahrgenommen.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011