Berichte über Schottland

Im Rahmen der Hilfestellung für Behörden bei der Umsetzung der Gleichbehandlungspflichten hat die schottische Regierung ein sogenanntes Equality Evidence Toolkit (auf Deutsch: Hilfsmittel zur Zusammenstellung von Gleichbehandlungsbelegen) entwickelt, das zweimal jährlich aktualisiert wird und Links zu den wichtigsten Datenbanken und zu aktueller Gleichbehandlungsforschung zur Verfügung stellt.

In Schottland ist es Teil der Gleichbehandlungspflichten, alle vier Jahre einen Bericht über Gleichbehandlungsmaßnahmen und deren Folgen zu veröffentlichen, Daten über die Mitarbeitenden im Hinblick auf Diversität zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Alle zwei Jahre müssen die Behörden Informationen über Entgeltungleichheiten aufgrund der Geschlechtsidentität veröffentlichen, alle vier Jahre Aussagen über Entgeltungleichheit treffen und veröffentlichen. Gleichbehandlungskriterien müssen dann bei der öffentlichen Auftragsvergabe einbezogen werden. Damit beinhaltet die schottische Gesetzgebung Pflichten, die in der englischen und walisischen so nicht enthalten sind.

Die Equality and Human Rights Commission (EHRC) stellte in einer 2013 erschienenen Studie fest, dass nur eine von drei Behörden robuste Gleichbehandlungsergebnisse, die sowohl eindeutig als auch messbar waren, veröffentlicht hat. Im Juni 2014 führte die Equality Commission ein Schulungsprogramm ein, das die 45 Behörden direkt bei der Beurteilung ihrer Gleichbehandlungsmaßnahmen unterstützte, von denen man sich die größten Veränderungen erhoffte. Das Programm bestand aus einer Kombination von Seminaren, gegenseitiger Unterstützung, gezielter Unterstützung durch Mitarbeitende der Kommission und einem Selbstbewertungstool. 

Als Gründe für unzureichende Daten listete die Kommission die generelle Unvertrautheit mit den entsprechenden Computersystemen, anhand derer die Daten über die Mitarbeitenden gesammelt und analysiert werden, eine geringe Veröffentlichungsrate über Arbeitnehmer_innen-Daten und Schwierigkeiten bei dem Versuch Mitarbeiter_innen-Daten mit den Daten der lokalen Bevölkerung abzugleichen, auf. Außerdem werden eine Unternehmenskultur, die Gleichbehandlungsbemühungen nicht priorisiert, unzureichende Kenntnisse über Gleichbehandlungsmaßnahmen, Entgeltungleichheit, die geschlechtsspezifische Aufteilung des Arbeitsmarktes und Ungleichbehandlung im Allgemeinen als Problemlagen benannt.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011