Beurteilung der Auswirkungen auf Gleichbehandlung (Equality Impact Assessment

Die konkreten Pflichten der Behörden sehen unter anderem vor, dass Unternehmen, die mindestens elf Vollzeitbeschäftigte beschäftigen, die Herkunft, das Geschlecht, die religiöse/weltanschauliche Zuordnung, die sexuelle Orientierung und eventuelle Behinderungen aller Mitarbeitenden erfassen. Diese Daten bilden die Grundlage für die Bewertung der Umsetzung der Gleichbehandlungspflichten und erlauben auch, Vergleichsdaten und Fortschritte zu dokumentieren

Informationen der Equality Commission of Northern Ireland 

Angesichts der in Abschnitt 9 Artikel 4 (2) (b) des Nordirland Gesetzes 1998 festgeschriebenen Pflicht öffentlicher Behörden, regelmäßig ihre Richtlinien und Praktiken im Hinblick auf Chancengleichheit zu überprüfen und sich beraten zu lassen, empfiehlt die Gleichbehandlungskommission, ein sogenanntes ‘Equality Impact Assessment‘ (EQIA) durchzuführen. Ein ‘Equality Impact Assessment‘ bezeichnet den Prozess der Betrachtung und Bewertung offizieller Praktiken und Richtlinien aus der Perspektive benachteiligter Menschen. Auf diese Weise sollen Fairness und Miteinbeziehung von Personen mit geschützten Eigenschaften gewährleistet und gefördert werden. Laut der Regeln des Artikel 75 des Nordirland Gesetzes 1998 sollte ein ‘Equality Impact Assessment‘ fester Bestandteil des Strategie- und Maßnahmenentwicklungsprozesses sein und somit proaktiv und nicht reaktiv durchgeführt werden. Hervorzuheben ist auch, dass ein EQIA ein kontinuierlicher Prozess ist, der bestehende Praktiken und Richtlinien überprüft und den Bedarf für weitere Maßnahmen erkennt.

Besonderes Augenmerk innerhalb eines EQIA wird auf eventuelle unbeabsichtigte Konsequenzen bestimmter Maßnahmen und/oder Richtlinien gelegt. Um diesen vorzubeugen oder bereits entstandenen Schaden einzudämmen, ist es von größter Bedeutung, dass das EQIA keine individuelle, sondern eine Gesamtaufgabe der Institution darstellt. ‘Equality Impact Assessments‘, Konsultationen, relevante Datenanalysen und Expertisen der Gleichbehandlungskommission bilden im Idealfall das Fundament auf dessen Grundlage neue Maßnahmen beschlossen und alte überprüft werden. Zusätzlich zu einem ‘Equality Impact Assessment‘ verlangt Artikel 49A des Behinderungsdiskriminierungsgesetz von 1995, dass bei der Umsetzung der Gleichstellungsziele darauf geachtet werden muss, positive Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen sowie deren Beteiligung am öffentlichen Leben zu fördern.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011