Adressat_innen und Zielgruppen

Das im Englischen als ‘race‘ bezeichnete Merkmal wird ins Deutsche oft mit dem Begriff der ‘Rasse‘ übersetzt. Da dies aber ein historisch und politisch stark konnotierter Begriff ist, sollte von seiner Nutzung abgesehen und könnte durch ethnische Herkunft oder Zugehörigkeit ersetzt werden.

Die Gleichbehandlungsverpflichtungen nehmen hauptsächlich staatliche Institutionen in die Pflicht, wobei in Großbritannien auch Organisationen mit öffentlichen Funktionen oder Dienstleistungen den gesetzlichen Pflichten unterworfen sind. Zu den Adressaten gehören also beispielsweise Ministerien, Behörden, Verwaltungen, Schulen, Universitäten, Gemeinden wie auch das Gesundheitssystem und die Polizei. Private Einrichtungen oder Individuen sind nicht von den Pflichten betroffen.

Die Zielgruppen, die die staatlichen Institutionen in ihren Gleichheitsüberlegungen berücksichtigen sollen, bilden Bürger_innen, die aufgrund ein oder mehrerer der sogenannten geschützten Merkmale (auf Englisch: Protected Characteristics) potenziell Diskriminierung erfahren. Diese sind z.B. Alter, Behinderung, ethnische Herkunft, Religion, Geschlecht und sexuelle Orientierung. Wenn durch die Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft ein indirekter Bezug zu einem oder mehreren dieser geschützten Merkmale besteht, so sind diese Personen unter bestimmten Bedingungen von britischen öffentlichen Einrichtungen ebenfalls zu berücksichtigen. Anders ist es in Nordirland. Dort wird die Kategorie ‘Ehestand‘ als Diskriminierungsmerkmal zusätzlich im Gesetz erwähnt.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011