Einführung in die Gleichbehandlungsverpflichtungen

Positive Verpflichtungen stellen eine neue Generation von Gleichbehandlungsrechten dar. Der Begriff der ‘neuen Generation der Gleichbehandlungsrechte‘ wurde von der Rechtsprofessorin Sandra Fredman im Jahr 2001 in einem Aufsatz eingeführt und beschreibt die Auferlegung positiver Pflichten zur Förderung von Gleichbehandlung als ein Ansatz, die Integration marginalisierter Gruppen aktiv voranzutreiben.

Die gesetzlichen Gleichbehandlungsverpflichtungen im öffentlichen Bereich schreiben staatlichen Institutionen in Großbritannien vor, darüber nachzudenken, wie die von ihnen getroffenen Maßnahmen und Entscheidungen das Leben von Bürger_innen, die von Diskriminierung betroffen sein könnten, beeinflussen. Diese Gleichbehandlungsverpflichtungen zielen darauf ab, dass diese Einrichtungen Diskriminierung und die Bedürfnisse Benachteiligter in ihren alltäglichen Arbeitsprozessen berücksichtigen und somit der Einbindung von Diversity mehr Priorität geben. Als positive Verpflichtungen konzentrieren sie sich nicht darauf, das Verhalten derjenigen, die diskriminieren, im Einzelfall zu sanktionieren, sondern darauf strukturelle und institutionelle Ursachen von Diskriminierung zu beseitigen und vorzubeugen.

Im Weiteren soll auf den Inhalt der Gleichbehandlungsverpflichtungen eingegangen sowie ihre Adressat_innen und Zielgruppen vorgestellt werden. Außerdem werden Wirkung und Zweck der Verpflichtungen beschrieben.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011