Zivilrecht

Der Glossar des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen bezeichnet „Gender“ wie folgt:

„Der aus dem Englischen stammende Begriff steht für soziales Geschlecht. Im Gegensatz zum biologischen Geschlecht (engl.: sex) sind mit sozialem Geschlecht die gesellschaftlich, sozial und kulturell konstituierten Geschlechterrollen von Frauen und Männern, die gesellschaftlich dominanten Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit gemeint. Betont wird damit, dass Vorstellungen über „typisch weibliche“ oder „typisch männliche“ Aufgaben und Rollen nicht naturgegeben sind, sondern auf kulturellen Traditionen und gesellschaftlichen Konventionen beruhen.“

Keine Aufnahme in Fitnessstudio

Amtsgericht Hagen, Urteil vom 09.06.2008 – 140 C 26/08

Der Antrag des Klägers auf Aufnahme in das beklagte Fitnessstudio wurde mit der Begründung abgelehnt, dass er derzeitig nicht aufgenommen werden könne, da man hinsichtlich der weiblichen Mitglieder unterhalb der wünschenswerten Quote liege.

Die Ablehnung des Aufnahmeantrags stellt jedoch eine Diskriminierung gem. § 1 AGG wegen des Geschlechts dar.

Das Gericht sprach dem Kläger ein Schmerzensgeld von 50,00 EUR zu und das beklagte Fitnessstudio wurde dazu verurteilt, den Kläger als Mitglied aufzunehmen.

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