Religiöse Diskriminierung

EuGH prüft Diskriminierung wegen des Kopftuches

Eine Rezeptionistin bei einer Sicherheitsfirma hatte sich geweigert, ihr Kopftuch am Arbeitsplatz abzunehmen, woraufhin sie entlassen wurde. Hierzu wurde nun ein Verfahren der Vorabanfrage an den Europäischen Gerichtshof eingeleitet. Der Generalanwältin des EuGH zufolge handelt es sich bei dem Fall weder um eine unmittelbare noch mittelbare Diskriminierung im Sinne der Richtlinie 2000/78/EG. Die Rechtsanwältin Dr. Sabine Berghahn hat zu den Schlussanträgen der Generalanwältin eine kritische Stellungnahme veröffentlicht, die Sie hier finden können.

Sind Sie konfessionslos oder gehören einer anderen als der christlichen Kirche an?

Haben Sie sich auf eine Stelle bei einem kirchlichen Träger (Caritas oder Diakonie) beworben, bei der in der Ausschreibung die Voraussetzung der Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche aufgelistet wurde? Hatte die ausgeschriebene Tätigkeit keinen konkreten Bezug zur Ausübung des Glaubens? Sind Sie nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen oder abgelehnt worden und hatten den Eindruck, dass dies wegen der nichtchristlichen Religionszugehörigkeit bzw. Konfessionslosigkeit war?

Sind Sie in einem Bewerbungsverfahren auf eine Arbeitsstelle wegen des Tragens eines Kopftuches nicht berücksichtigt worden?

In diesen Fällen liegt möglicherweise eine Diskriminierung im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vor.

Wenn Sie erwägen, hiergegen gerichtlich vorzugehen, können wir Sie zum weiteren Vorgehen gerne beraten.

Aktuelle Fälle

Im Rahmen des AGGs unterstützt das BUG momentan keinen Diskriminierungsall aufgrund der Religion. Jedoch begleitet das BUG zurzeit einen Fall von religiöser Diskriminierung im Rechtsreferendariat. Dies fällt in den Anwendungsbereich des Verwaltungsrechts.

Abgeschlossene Fälle

Hier finden Sie den Fall einer Sozialpädagogin, die Klage gegen ihren potenziellen katholischen Arbeitsgeber eingereicht hatte.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011